
- Manga-Zeichnung 1 - Annika Lübke
Sie werden von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen: Mangas. In den japanischen Comicgeschichten dominieren Bilder mit besonderen grafischen Elementen, Texte sind eher Nebensache. In den Mangas für Kinder und Jugendliche sind die typischen Merkmale der Figuren große Augen, vereinfachte Gesichtszüge und bunte Haare, sofern die Zeichnungen coloriert sind.
Begonnen hat die Leidenschaft für Bildergeschichten bereits im 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden Zeichnungen und Karikaturen an den Deckenbalken der Tempel angebracht. Später zeichneten buddhistische Mönche Bildergeschichten auf Papierrollen. Die modernen Mangas gibt es heute in Heften und Taschenbüchern für viele Alters- und Interessengruppen. Besonders Jugendliche lesen sie nicht nur gerne, sondern versuchen sich selbst im Gestalten der beliebten Figuren. Kurse in Buchform und im Internet finden regen Anklang. Was das Manga-Zeichnen so attraktiv macht, erklärt Annika (14):
Suite101: Wann hast Du angefangen, Mangas zu lesen?
Annika: Bei meiner Freundin sah ich einen Manga, der zu einer Anime-Serie gehört, die ich regelmäßig im Fernsehen anschaute. Es hat mir so gut gefallen, dass ich sie mir selber kaufte. Später habe ich mir dann auch andere Mangas gekauft.
Suite101: Was findest Du an Mangas interessant?
Annika: Es ist spannend zu sehen, wie viele verschiedene Zeichenstile es in den Mangas gibt. Außerdem interessieren mich die Themen, die behandelt werden.
Suite101: Worin siehst Du den Unterschied zu anderen Comics?
Annika: Ich finde die Zeichnungen der Mangas viel realistischer als bei anderen Comics. Micky Maus ist eher was für kleinere Kinder. Bei den Mangas gibt es viele verschiedene Themen, auch für ältere Leser.
Suite101: Welches Genre magst Du am liebsten?
Annika: Ich mag viele Themen, zum Beispiel Detektivgeschichten und Liebesgeschichten (Shojo).
Suite101: Hältst Du den Inhalt der Mangas für realistisch?
Annika: Das kommt auf das Thema an. Selbst bei den Fantasy-Geschichten haben die Figuren Probleme wie normale Menschen im Alltag sie auch haben: Liebeskummer, Streit und so weiter.
Suite101: Warum zeichnest Du Mangas besonders gerne?
Annika: Ich finde die Zeichnungen mit den Details so schön. Mich beeindrucken die Figuren in den Mangas, die ich lese. Daher möchte ich sie auch gerne so gut zeichnen können wie die Profi-Zeichner (= Mangaka).
Suite101: Warum zeichnest Du sie bunt? In den Büchern sind sie ja nur schwarz-weiß.
Annika: Man hat mehr Möglichkeiten, eine Figur zu gestalten. In Farbe sind sie viel phantasievoller, es macht mehr Spaß! Auch die Schattierungen kommen besser zur Geltung.
Suite101: Orientierst Du Dich bei Deinen Zeichnungen an Figuren aus Büchern oder Filmen?
Annika: Ja, ich orientiere mich schon an den Figuren aus Büchern und Filmen, versuche aber, meinen eigenen Stil zu finden. Ich erfinde gern meine eigenen Figuren und gestalte sie nach meinen Wünschen.
Suite101: Hast Du Lieblingsthemen in Deinen Zeichnungen?
Annika: Ich male meistens nur Mädchen. Ansonsten wechseln die Themen: Oft male ich Fantasy-, aber auch reale Figuren.
Suite101: Was findest Du beim Zeichnen der Figuren am schwierigsten?
Annika: Hände und Füße zu zeichnen finde ich kompliziert. Das muss ich noch üben!
Suite101: Welche Zeichenmaterialien bevorzugst Du?
Annika: Ich benutze einen Bleistift zum Vorzeichnen und Filzstifte zum Umranden und Ausmalen. Die Profis nehmen allerdings Tinte und Tusche.
Suite101: Kannst Du Dir vorstellen, ein professioneller Manga-Zeichner zu werden?
Annika: Nein, im Moment nicht. Aber ich stelle es mir sehr interessant vor und bestimmt nicht so langweilig wie andere Berufe. Es ist allerdings viel Arbeit, so gut zu werden!
Suite101: Interessierst Du Dich auch für Japan selber?
Annika: Ja, ich würde gerne mal nach Japan fliegen, vor allem nach Tokio. Der Tokio-Tower interessiert mich besonders. Selbst mein Zimmer ist japanisch eingerichtet!
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