
- Spielt immer noch Saxophon: Max Greger (85) - Andrea Fettweis
„Altwerden ist nichts für Feiglinge“, das meint auch Joachim Fuchsberger, der seinem Freund Max Greger bei einem Fernsehauftritt eine gut gelaunte Laudatio anlässlich dessen 85. Geburtstags hielt. Dass Greger zu den Mutigen gehört, beweist er immer wieder: Zusammen mit seinem Musikerkollegen Hugo Strasser (89) tourt er unverdrossen quer durch Deutschland und begeistert auch heute noch viele Menschen mit seinem Saxophon und seinen legendären Swing- und Bigband-Rhythmen. Aber auch viele andere Prominente und Nicht-Prominente stehen bis ins hohe Alter mit Vergnügen auf der Bühne oder sind anderweitig aktiv. "Tja, wenn man gesund ist, ist das ja auch kein Kunststück", mag jetzt so mancher einwerfen. Was nicht immer zutrifft, denn die aktiven Senioren sind durchaus nicht immer frei von Zipperlein oder ernsthaften Erkrankungen. Dennoch lassen sie sich nicht von ihrem Weg abbringen, während andere Menschen mutlos ihr Alter beklagen und kaum etwas unternehmen. Woher kommen diese Unterschiede?
Jeder will alt werden, aber keiner will es sein
Alt oder älter zu werden, heißt für viele Leute, an einem Makel zu leiden. Das fängt bereits beim 30. Geburtstag an, an dem sich etliche jenseits von Gut und Böse fühlen. Manche halten die 40 für eine Altersangabe, die man besser verschweigen sollte, und sind daher viele Jahre lang „39“. 50 oder gar 60 zu werden, scheint für sie eine unvorstellbare Herausforderung zu sein. Aber wer nicht alt werden will, muss früh sterben. Auch keine erstrebenswerte Zielvorgabe! Warum fällt es vielen Menschen so schwer, älter zu werden, und das auch noch mit Vergnügen? Und was ist das Geheimnis, das alte Menschen in Schwung hält, sodass ihnen das Leben immer noch Freude bereitet, trotz zum Teil widriger Umstände? Das Rezept ist eigentlich ganz einfach: Nicht drüber nachdenken, sondern das Leben in vollen Zügen genießen! Es ist alles eine Frage des Standpunkts. Doch wie kann man eine positive Einstellung zum Altern finden?
Harmonisches soziales Netz für Lebensfreude in jedem Alter
Die Ängste, die durch das Älterwerden entstehen, sind unterschiedlicher Art. Der mögliche Verlust von Attraktivität, Gesundheit und Lebensfreude erschreckt viele Menschen. Sie glauben in Wirklichkeit, einsam zu werden und nicht mehr dazu zu gehören, wenn sie weniger „schön“ oder mobil sein sollten. Genau hier ist der Ansatz, bei dem jeder beginnen kann, eine Grundlage für eine anhaltende Zufriedenheit zu schaffen: Attraktivität hat nichts mit äußerlichen Attributen zu tun, sondern vielmehr mit einer Kombination aus Selbstbewusstsein und Empathie. Wer sich selbst in seiner Haut wohl fühlt und damit auch seiner Familie und seinem Freundeskreis gut tut, sich für sie einsetzt, sodass ein harmonisches Miteinander entstehen kann, der bekommt fast automatisch eine sympathische Ausstrahlung. Diese Menschen haben es leichter im Leben, sie finden schneller Freunde und haben ein solides soziales Netz, in dem sie sich geborgen fühlen können. Für sie spielt es einfach keine Rolle, wie alt sie sind, denn sie sehen sich akzeptiert, wie sie sind.
Wichtig für Leib und Seele: Kreativität
Ein anderes wesentliches Basiselement für zufriedenes Altern sind Arbeiten oder Beschäftigungen, die Freude machen und in denen man so richtig aufgehen kann. Menschen, die schon immer ein Hobby oder sogar einen Beruf hatten, der sie ausfüllt und glücklich macht, und den sie bis ins hohe Alter ausführen können, lässt erst gar keine trüben Gedanken aufkommen. Selbst wenn es zwischendurch in ihrem Leben Phasen gibt, die unerfreulich sind oder ihnen sogar bittere Erfahrungen bescheren, werden sie durch ihre Kreativität leichter wieder einen festen Boden gewinnen als Menschen, deren Gedanken immer nur um sich selbst kreisen. Es ist daher eine ganz wichtige Vorsorgemaßnahme, sich schon in jungen Jahren eine schöpferische Beschäftigung zu suchen, die zu einem passt und die eine echte Bereicherung für sein Leben darstellt. Es sei denn, der Beruf ist bereits ein kreativer wie bei den geschätzten älteren Herren, die zwar inzwischen etwas langsamer auf die Bühne kommen, aber immer noch flotte Musik machen.
Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nur eine Anregung sein kann. Wenn Sie unter ernsthaften Ängsten leiden sollten, suchen Sie bitte einen Facharzt auf!
